Hagelsrums Hochofen

Der Weg nach Hagelsrums Hochofen

W O   L I E G T   H A G E L S R U M   ?   W A S   I S T   E I N   H O C H O F E N ? 

Das Dörfchen Hagelsrum finden Sie 10 Km südlich von Hultsfred und 5 Km östlich von Målilla in Südost-Schweden.

Ein Hochofen ist eine Anlage zum Schmelzen von Eisenerz um dadurch das Eisen vom umgebenen Gestein zu trennen. Die wichtigsten Rohstoffe waren damals Eisenerz und Holzkohle. Die erforderliche Verbrennungsluft wurde am Platz hergestellt. Das flüssige Roheisen wurde zu Barren gegossen. Diese Barren gingen weiter zur Herstellung von Schmiedeeisen, erst in Storebro (20 Km) und später i Rosenfors (5 Km). Ein Teil wurde zu Gusseisen verwendet, z.B.Töpfe und Bratpfannen.


Der Hochofen von 1853 mit angrenzenden Häuser

T E C H N I S C H E   B E S C H R E I B U N G ,   1 8 5 3 

Eisenerz, Holzkohle und andere Zusatzstoffe wurden zum oberen Teil des Hochofens auf einer Schrägbahn befördert. Die Verbrennungsluft wurde durch Öffnungen im Bodenniveau zugefürt. Das flüssige Eisen und die ebenfalls flüssige Schlacke wurden auch durch Öffnungen im Bodenniveau abgezogen. Rund um das Steintor war ein Gebäude, dessen Steinsockel noch vorhanden ist.


Wohnhaus des Verwalters von 1799

H I N T E R G R U N D 

Im Jahr 1726 gründete der Major und Oberforstmeister Wilhelm Mauritz Pauli ein Eisenhüttenwerk mit Hochofen und Eisenhammerwerk bei Pauliström in Karlstorps Gemeinde, 22 km westlich von Hagelsrum. Zehn Jahre später hatte Pauli seinen Betrieb mit einem weiteren Eisenhüttenwerk in Storebro erweitert, 19 km nördlich von Hagelsrum. Dies bestand ebenfalls aus einem Hochofen und einem Eisenhammerwerk. Um 1740 zeigte sich, dass mehr Roheisen benötigt wurde als die beiden Hochöfen in Pauliström und Storebro produzieren konnten, um der bewilligten Herstellung in den Eisenhammerwerken standhalten zu können. Der Hüttenwerksbesitzer Pauli beantragte deshalb eine Genehmigung, zwei weitere Hochöfen bauen zu dürfen.


Der erste Hochofen in Hagelsrum

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Am 3. Mai 1748 bekam Pauli die begehrte Erlaubnis für zwei Hochöfen von der Behörde "Kongliga Bergscollegium" in Stockholm. Den einen Hochofen baute man hier in Hagelsrum um Storebro Bruk mit Roheisen zu versorgen. Pauli hatte schon länger finanzielle Schwierigkeiten und schon im Herbst 1748 wurde das ganze Unternehmen zwangsversteigert. Die Käufer waren die beiden Geldgeber Tomas Plomgren und Jean Lefebure. Nach Plomgrens Tod 1754 übernahm sein Schwiegersohn Carl Friedrich Pechlin den Betried 1756.

Der erste Hochofen in Hagelsrum von 1748 war auf der westlichen Seite des Flusses Silverån errichtet worden. Im Jahr 1760 gab es einen Einsturz und aus dem Grund wurde der Hochofen auf die östliche Seite des Flusses versetzt und wurde 1761 dort wieder errichtet.


Hagelsrums Eisenstempel

D E R   Z W E I T E   H O C H O F E N 

Man nutzte die Gelegenheit um den zweiten Hochofen höher zu bauen und bestimmte Ausstattung zu modernisieren. Jahr 1771 bekam Pechlin das Privileg für eine Nagelschmiede in Hagelsrum, die aber nie errichtet wurde, weder zu der Zeit noch später. Pechlin verkaufte Hagelsrum 1780, womit eine Periode des Untergangs und Verfalls eingeleitet wurde, die über fünfzehn Jahre andauerte.

1795 wechelte Hagelsrums Hochofen den Besitzer. Carl Gustaf Hedberg war zu der Zeit erst 22 Jahre alt und könnte in der heutigen Sprache als Auftragnehmer bezeichnet werden. Hedberg unterbrach die Bindung zum Storebro Bruk, brachte den Betrieb des Hochofens in Gang und erweiterte ihn mit einem Eisenhammerwerk in Rosenfors, 5 km südlich von Hagelsrum. Der Hochofen gehörte ab 1801 zum neugebildeten Rosenfors Bruk und lieferte seitdem das Roheisen dorthin. Hedbergs Geschäfte wurden mit den Jahren immer verworrener. Rosenfors Bruk mit Hagelsrums Hochofen ging schliesslich in Konkurs und musste Jahr 1810 nocheinmal zwangsversteigert werden. Nach Hedberg folgten einige andere Besitzer bis es im Jahr 1836 in die Hände von Carl Herman Engqvist gelangte.


Der dritte Hochofen, cirka 1910

D E R   D R I T T E   H O C H O F E N 

Zu Engqvists Zeit wurde Pechlins Hochofen von 1761 abgerissen und durch den heutigen ersetzt. Der Hüttenwerksbesitzer Engqvist sollte den Hochofen über 40 Jahren besitzen und betrieben bis dieser im Jahr 1877 eingestellt wurde. 1916 trennte man den Hochofen von Rosenfors Bruk. Es folgten einige Besitzer bis er schliesslich von den heutigen Besitzern des Målilla-Gårdveda Hembygdsförening (Målilla-Gårdveda Heimatverein) übernommen wurde.


Die Hochöfen in Provinz Kalmar

H O C H Ö F E N   I N N E R H A L B   D E R   P R O V I N Z   K A L M A R 

Innerhalb der Provinz Kalmars früherer Grenzen gab es Hochöfen an 18 Orten, von Forsaström im Norden bis Flerohopp im Süden. Davon ist nur Hagelsrums Hochofen erhalten geblieben


Gebläsemaschine

W A S   F I N D E N   S I E   H E U T E   I N   H A G E L S R U M ? 

Die Anlage umfasst einen Hochofen, ein Haus mit der Gebläsemaschine, ein Haus mit dem Wasserrad, einen Steinsockel des Holzkohlehauses, das Wohnhaus des Verwalters. Vom Schlackehaufen bleibt nur ein kleiner Teil übrig. Die gegenwärtige Mühle wurde im Jahre 1963 stillgelegt. Die Mühle und das Wohnhaus des Müllers sind privat.

Führungen nach Vereinbarung mit dem Heimatverein.
Tel: 0495-20260 oder 0495-20755.
E-mail: sporback@glocalnet.net
HERZLICH WILLKOMMEN!


 

Hagelsrums Hochofen